Demo der Landwirte in Augsburg

Heute (12.1.20) war ab 14 Uhr wieder Demo der Landwirte diesmal in Augsburg am Rathausplatz angesagt.

Dieses Mal war ich dabei. Es war eine friedliche Demo, bei der ich einige Berufskollegen sämtlicher Ortschaften und sogar Studienkollegen treffen konnte. Landwirte reisten mit ihren Traktoren bis von Freising und weiter an. Die WMF-Arena stand voll mit Traktoren. Die Stimmung in der Landwirtschaft ist gedrückt. Es gibt vielerlei Probleme, die sich anstauen. Allerdings nicht nur erst seit diesem Jahr.

Ich möchte hier nur mal einen Punkt ansprechen, sonst nimmt der Artikel Überlänge an. Ich bleibe mal beim Thema Klimawandel allgemein und was mir dazu einfällt:

Demo und Klimawandel?

Thema Klimawandel und Klimaschutz, das betrifft gerade uns Landwirte direkt. Obwohl wir schon seit Jahrzehnten KULAP Programme, VNP-Programme, die an die zweite Säule der Agrarpolitik gebunden sind und Cross-Compliance (CC-) relevante -Auflagen (das sind Auflagen, die sich z.B. mit Erosionsthemen durch Wind und Wasser beschäftigen) einhalten, verstärken sich trotzdem die Probleme rund um das Klima (Verschiebung der Artenvielfalt, Klimaerwärmung, Ausbleibende Winter, Dürren, etc.).

Insekten:

Die Frage ist, was macht es mit den Insekten, wenn Straßen immer weiter ausgebaut, Flächen groß wie Fußballfelder täglich zubetoniert werden, wenn auch Dörfer in Zentrumsnähe sich immer weiter zur Stadt entwickeln, wenn Industriegebiete immer noch größer werden? Wo sollen die denn hin, die Insekten? Ja genau die befinden sich auf dem Land! Dort wo der Landwirt seine Felder bewirtschaftet. Und ich kann nur erwähnen, was wir allein in unserem Haus, alles an Falter, Schnacken, Ameisen. Spinnen und anderer Insekten-Ordnungen alles finden, ich könnte erstmals nicht von Insektensterben sprechen!

Der Landwirt arbeitet mit der Natur und in der Natur:

Der Landwirt, arbeitet mit der Natur und in der Natur, er produziert gesunde Lebensmittel. Keiner möchte einen Wurm in der Himmbeere, eine faulige Stelle im Apfel, Mutterkorn im Getreide, Kohl-Fliegen im Blumenkohl und was ich da noch alles an Schaderregern in unseren Nahrungsmitteln aufzählen könnte. Diese Lebensmittel fragt der Verbraucher am Markt nicht nach. Der Landwirt sieht zu, dass er den Anbau möglichst schadbefalls-frei hinbekommt, ob nun Biolandwirt oder konventioneller Landwirt.

Aber der Landwirt hat trotzdem tagtäglich mit diesen verschiedenen Insektenarten zu tun! Sein Arbeitsplatz ist ja in der Natur.

Verhalten der gesamten Bevölkerung:

Könnte es nicht viel mehr sein, dass die gesamte Bevölkerung mit ihren Verhaltensweisen, dem Konsum und der Wegwerfgesellschaft, der viel zu schnell-lebigen Zeit, des Stromverbrauchs (Beleuchtung von Städten in der Nacht), Auto- und Flug-Verkehr, Kaufverhalten, dem berufsbedingten Pendlerverkehr, dem ungesunden Ernährungsverhalten durch Fertiggerichten, eine sehr große Rolle einnimmt, was den Klimawandel betrifft?

Die CO2 Bindung:

In keiner Branche wird mehr zur Bindung von CO2 beigetragen als direkt in der Landwirtschaft. Der Landwirt ist in der Lage durch seine Feldwirtschaft Anbau von Feldfrüchten (Mais, Weizen, Gerste etc. Obst, Gemüse) und der dazugehörigen Düngung Humus umzusetzen und aufzubauen. Dieser Humus ist über Jahrzehnte aufgebaut und entstanden. Der Humus bindet CO2.

Ebenso bindet jede Pflanze, da ist insbesondere der Wald zu erwähnen, CO2.

Liebe Leute der Landwirt trägt noch am meisten zur Gesunderhaltung der Natur bei. Wer kümmert sich denn sonst um die Landschaft, um die Kulturlandschaft und um die Landschaftspflege?

Warum so viele Landwirte demonstrieren:

Der Landwirt demonstriert, weil die Verbraucher dem Landwirt die Schuld am Klimawandel allein in die Schuhe schieben wollen. Dies soll am besten durch die Einhaltung weiterer vorgeschriebener Gesetze, sowie Kürzungen oder Strafzahlungen passieren.

Der Landwirt, v.a. der Familienbetrieb hat bereits seit langer Zeit mit zusätzlichen Auflagen, Kontrollen (Stall, Hygiene, Lebensmittelsicherheit, Arzneimittelauflagen und Sicherheit, Dokumentationen im Ackerbau im Detail, bei der Düngung im Detail, auch bei der Einhaltung verschiedener Siegel (QS/ GQ etc.) zu kämpfen. Aber auch der globale Markt, das Wetter, Risiko-Finanzierungen, die er durch nicht vorhersehbare Einnahmen, die hauptsächlich auf das Niedrigpreis-Niveaus der Lebensmittel  in Deutschland zurückzuführen sind, da der Weltmarkt am Preis beteiligt ist – daran ist der Lebensmitteleinzelhandel und der Verbraucher, der billig einkaufen will, mit Schuld – , macht ihm zu schaffen.

Die Verantwortung des Landwirts:

Zusätzlich ist der Landwirt, der der die ganze Verantwortung seiner produzierten Lebensmittel, seiner Tiere im Stall, seiner Arbeit, die er Tag täglich leistet zu tragen hat. Er ist derjenige, der sich auf Grund von Verantwortung im Betrieb, keinen Urlaub gönnen kann und zudem noch an Sonn- und Feiertagen mindestens eine Früh- und Abend-Schicht einlegen muss, um seinen Viehbestand gesund und vital erhalten zu können.

Jetzt soll er noch für den Klimawandel gerade stehen. Allein, wie ungenau eine Messstellen-Bewertung des Grundwassers als Voraussetzung für die Düngeverordnung von staatlicher Seite durchgezogen wird, ist ersichtlich, dass der Landwirt nur als Sündenbock herangezogen wird.

Das wollen wir uns nicht mehr gefallen lassen!