Dieses Jahr ist die Heuernte drei Wochen später als sonst. Das Wetter hat nie gepasst. Für die Ernte ist es wichtig, dass es ein paar Tage in Folge trocken und sonnig bleibt. Gutes Heu entsteht, wenn es nachts nicht taut und beständiger Wind weht. Der Wind trocknet das Heu zusätzlich. Täglich verfolgte mein Mann die Wetter-Vorhersage auf der Wetter-App. Am Sonntag entschied er dann, dass er am Dienstag mähen wird. Damit kein Rehkitz unter die Messer des Mähwerks gerät, gibt er den  Jägern zwei Tage vor Mäh-Beginn Bescheid. Diese können sich dadurch rechtzeitig auf das Ereignis einstellen. Sie holen, wenn nötig, die Kitze aus der Wiese.

Der Mai ist vorbei. Normalerweise findet der erste Schnitt im Mai statt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Rehkitze noch sehr klein. Sie verharren im hohen Gras – in Gras-Nestern – auf den Wiesen. Dort fühlen sie sich sicher. Sie werden von der Reh-Mutter behütet, die bei Gefahr in Verzug sofort aus der Wiese läuft.  Das ist ein Hinweis für Landwirt oder Jäger, hier im Umkreis mit der Mahd aufzupassen. Leider ist heuer der Zeitpunkt der Ernte verlagert. Somit kann es sein, dass das Kitz nicht mehr in der Obhut der Mutter ist. Daher wird mittlerweile von bestimmten Landwirten im Ehrenamt, Freiwilligen oder Jägern angeboten, die Wiesen vor dem Schnitt mit Drohnen abzufliegen. Dadurch ist sichergestellt, dass sich kein Kitz in Gefahr befindet.

Gemäht wird mit dem Kreisel oder Trommel-Mähwerk. Damit wird das Gras geschnitten. Beim Schneiden entsteht der wohlriechende Heuduft.

Heuduft genießen, einmal anderst!

Wer Heuschnupfen hat, kann jetzt den Duft trotzdem genießen! Zum Beispiel mit exklusiven ätherischen Ölen aus kräuterreichen Bio-Heublumen im Heublumen-Massageöl von Heu-Heinrich Naturkosmetik.

Heu-Qualität:

Nach der Mahd, befindet sich der Pflanzensaft noch in den Gräsern. Damit das Heu trocknet, wird es ab jetzt regelmäßig gewendet. Nasses Heu würde sonst schimmeln. Das ist nicht gut für die Verdauung der Wiederkäuer. Pferde sind hier besonders anfällig. Koliken beispielsweise werden durch schlechte hygienische Heu-Qualität verursacht. Ein qualitativ und hygienisch hochwertiges Heu enthält wenig Pilze, Keime und Bakterien. Die botanische Qualität im Heu zeichnet sich durch eine Vielfalt an Kräutern, Gräsern und  Heublumen aus. Ihnen sind die zahlreichen Nährstoffe,  Mineralien und der Eiweißgehalt zuzuschreiben.

Heu als Raufutter: Was hat dies auf sich?

Heu zählt zu den trockenen Raufuttern, das viel strukturierte Rohfaser enthält. Diese ist notwendig, um beim Wiederkäuer den Ruktus anzuregen, das Wiederkäuen. Dadurch wird vermehrt Speichel gebildet, dieser trägt dazu bei, den pH-Wert im Pansen zu puffern. Dies begünstigt die Essigsäureproduktion und somit die Milchfettbildung.

Zurück zur Heuernte:

Gewendet oder gezettet wird mit dem Kreiselheuer. Dies bedeutet eine zwei bis dreimalige Überfahrt auf der jeweilig gemähten Wiese. Heim gefahren wird das Heu erst, wenn es mindestens zu 80 Prozent Luft- und Sonnen-getrocknet ist. Es sei denn, es muss Not Heimgefahren werden, weil es nach Regen aussieht. Dann leidet jedoch die Qualität. Es ist dann zu überlegen, ob es nicht doch lieber siliert wird. Als Siloballen oder direkt als erste Schicht im Fahrsilo, unter der Maissilage, die im Herbst eingefahren wird.

Einsatz der Ballenpresse:

Wir haben jedenfalls überbetrieblich eine Ballenpresse kommen lassen. Diese gabelt das auf dem Boden liegende Heu mit der Pickup auf und presst es zu einem Heuballen. Der kugelt dann hinten aus der Presse. Übrigens lagen zwischen Mahd und Pressen zwei weitere Tage! Das bedeutet: Zwei weitere Tage Zetten und Trocknen.

Heuballen oder Quaderballen?

Es gibt auch Quaderballenpressen. Diese haben den Vorteil, in der Scheune besser gestapelt werden zu können. Der Heuballen hat den Vorteil, dadurch, dass er größer ist, die Ernte schneller bergen zu können. Entscheidend ist für uns hauptsächlich, dass der ganze Ballen auf dem Futtertisch landet. Das ist maschinell schneller zu lösen. Außerdem sind die Heuballen günstiger, als Quaderballen.

Heu Einfahren:

Um die Ernte Heim zu bringen, bauen wir die Ballengabel an den Frontlader unseres Traktors. Diese gabelt Wort-wörtlich die Heuballen auf. Anschließend fährt  normalerweise Einer von uns mit einem zweiten Traktor mit Anhänger vorbei. Auf den Anhänger wird der aufgegabelte Ballen geworfen. Ist der Anhänger voll, fährt man in die Scheune und lädt die Ballen dort wieder mit der Ballengabel ab.

Leider ist unser Frontlader Traktor ausgefallen. Die Zylinderkopfdichtung, sprich der Frontlader war nicht intakt. Deshalb haben wir mit dem Rückewagen die Heuballen aufgeladen. Wir hatten ein ungutes Gefühl dabei, weil auf unseren hügeligen Wiesen die Gefahr besteht, mit Rückewagen leicht umzuwerfen.

Gott Sei Dank ging alles gut… Kein Kitz lag in der Wiese! Auch der Rückewagen -Einsatz hat sich bewährt!