Zwischenfrüchte werden zwischen zwei Haupt-Früchten auf dem Feld angebaut. Bei uns ist nun die Ernte einiger Hauptfrüchte (Weizen, Gerste, Raps) vorbei. Die Felder sind leer. Jetzt können Maßnahmen folgen, die für die Boden-Versorgung wichtig sind. Zum Beispiel der Anbau von Zwischenfrüchten. Dieser zeigt eine Boden verbessernde Wirkung. Diese spielt in der Landwirtschaft eine Hauptrolle. Bodenfruchtbarkeit ist immer wichtig, damit die Feldfrüchte gut wachsen und gedeihen. Für eine gute Ernte ist eine gute Bodenfruchtbarkeit Voraussetzung. Im Folgenden erkläre ich 6 wichtige Effekte von Zwischenfrüchten. Diese spielen eine Rolle für den Boden. Danach gehe ich auf Arten des Zwischenfruchtanbaus ein.

6 wichtige Effekte des Zwischenfruchtanbaus:

  1. Zwischenfrüchte sind für Mikro-Organisemen leicht abbaubar. Es entsteht organische Substanz. Somit wird Humus  aufgebaut.
  2. Für Mikroorganismen steht mehr Nahrung (Zwischenfrüchte) zur Verfügung (= Bodenleben wird gefördert). Dadurch erhöht sich die biologische Aktivität.
  3. Wärme-, Luft- und Wasserhaushalt des Bodens verbessern sich, weil Zwischenfrüchte Erd-Krümel stabilisieren. Manche Arten haben ein tieferes Wurzelwerk und lockern dadurch die unteren Bodenschichten. Außerdem rufen Zwischenfrüchte eine Unkraut unterdrückende Wirkung hervor.
  4. Zwischenfruchtanbau schützt vor Bodenerosion. Vor allem Hanglagen sind von Boden-Ersosion betroffen. Die Pflanzen geben mit ihren Wurzeln dem Boden Halt.
  5. Zwischenfrüchte nehmen den im Boden, für Pflanzen, verfügbaren Stickstoff auf und binden ihn. Das führt zu einer deutlichen Verringerung der Stickstoff-Auswaschung ins Grundwasser.
  6. Durch eine gezielte Auswahl der Pflanzen, die als Zwischenfrüchte genommen werden, können Krankheiten und Schädlinge in der nachfolgenden Kultur unterdrückt werden. Ein bekanntes Beispiel: Anbau von resistenten Ölrettich- und Senfsorten als Zwischenfrüchte, um im Rübenanbau (Rübe als nachfolgende Frucht) die Rübennematoden zu minimieren.

Formen im Zwischenfruchtanbau

Gründungung:

Das Ergebnis bzw. die Maßnahme des Zwischenfruchtanbaus wird auch Gründüngung genannt. Nach dem Anwachsen der Pflanzen wird die Pflanzenmasse in den Boden eingearbeitet. Dabei ist es wichtig, dass die oberirdischen Pflanzenteile richtig in den Boden eingemischt werden. Sperrige Teile und Nester blockieren die Wasser-Nachlieferung im Boden und den Aufgang der Folgefrucht.

Mulchsaat:

Die Mulchsaat wendet der Landwirt sehr gerne für eine Winterzwischenfrucht an. Das heißt, wenn die Zeit zwischen den zwei Hauptfrüchten im Winter liegt, baut er Zwischenfrüchte an. Damit betreibt er über den Winter Erosionsschutz. Zusätzlich wird der Stickstoff von den Pflanzen, die dadurch im Winter auf dem Feld stehen, konserviert. Dieser Stickstoff ist bei der Ansaat einer Hauptfrucht im Frühjahr als Pflanzen-Nahrung sofort wieder verfügbar. Es ist von Mulchsaat die Rede, wenn  der Landwirt nach dem Winter die Zwischenfrüchte abmulcht, bevor er ansät.  Bei spezieller Sätechnik muss er nicht einmal abmulchen, um frisch anzusäen. Eine Rolle spielen auch die Pflanzenarten für die Mulchsaat. Es gibt nämlich abfrierende Zwischenfrüchte und solche, die über den Winter nicht abfrieren.

Stoppelsaat:

Bei dieser Form von Zwischenfruchtanbau wird zwischen die abgeernteten Stoppel auf dem Feld gleich wieder angesät. Dem Landwirt steht hierfür eine große Auswahl an Saaten für den Zwischenfruchtanbau zur Verfügung. Diese passt er an die davor geerntete Vorfrucht, hauptsächlich wegen der Feldhygiene auf die nachfolgende Frucht an. Diese Form ist sehr beliebt, weil der Landwirt hier eine hohe Schlagkraft hat. Das bedeutet, er spart sich Zeit, die er erst für sonst dazwischen liegende Arbeitsgänge braucht. Neben der Kostenersparnis, den er für weitere Überfahrten nicht hat, ist auch die Anbausicherheit bei zum Beispiel ausfallendem Regen sehr hoch. Die Stoppel haben die Wasserkapilarität für die neu gesäten Zwischenfrüchten schon einmal hergestellt. Somit ist es für das Saatkorn leichter an Wasser zu gelangen.

Untersaat:

Als Untersaat versteht der Landwirt, die Ansaat von Zwischenfrüchten unter eine Hauptfruchtart. Ein Beispiel ist der Anbau von Körnerleguminosen unter Mais. Der Vorteil ist, nach dem Abernten der Hauptfrucht, wird der Stickstoff im Boden weiterhin gebunden. Dies schützt den Boden vor Stickstoff-Austrag.

Verschiedene Arten:

Unterschieden wird bei den Arten auch in abfrierenden und nicht abfrierenden Arten. Es wird auch unterschieden, ob es sich um Leguminosen, Gräser, Kruziferen oder anderern Pflanzenarten handelt. Leguminosen haben den Vorteil, dass sie bereits Stickstoff aus der Luft binden. Diesen Stickstoff muss der Landwirt schon mal nicht mehr in Form von organischer oder mineralischer Düngung aufs Feld bringen. Hier habe ich verschiedenste Arten aufgezählt, die gerne als Zwischenfrüchte eingesetzt werden:

  • Ackerbohnen
  • Buchweizen
  • Futtererbsen
  • Malven
  • Ölrettich
  • Phazelie
  • Senf
  • Sommerrübsen
  • Sommerwicken
  • Sonnenblumen
  • Stoppelrüben
  • Winterrübsen

Saatgutmischungen:

  • Landsberger Gemenge
  • sonstige Blühmischungen
  • Blühmischungen mit und ohne Gräser
  • Blühmischungen mit verschiedenen Kleearten

Wie ihr seht, sind viele blühende Arten dabei. Dies hat den positiven Effekt, Insekten vor allem auch Bienen anzuziehen. Zwischenfrüchte seien gut für die Artenvielfalt. Mit der Aktion „Bayern blüht auf“ setzen sich Landwirte zusätzlich für den  Umwelt- und Naturschutz ein.  Sie legen zusätzlich Blühstreifen und Blühflächen an. Mittlerweile hat der BBV (Bayerische Bauernverband) sogar eine interaktive Karte mit Blühflächen zusammengestellt. Hier sind auch die bienenfreundlichen Bauerngärten mitaufgelistet:

Nicht zu vergessen ist, dass auch in vielen Bauerngärten eine bunte Artenvielfalt an Blumen und für Insekten attraktive Pflanzen angebaut werden!

Übrigens habe ich einen Tipp für euch:

Ihr findet in gut sortierten Gartengeschäften tolle Blühmischungen mit Sonnenblumen-Samen und eine Rasensaat zur Auffrischung für euren Garten. So könnt ihr einen Beitrag für die Umwelt leisten und an der Artenvielfalt von Blumen und Insekten im eigenen Garten teilhaben.