Wie ihr auf meiner ersten Story auf Instagram vielleicht mitbekommen habt, habe ich meine Tomaten von diesem Jahr noch fertig abgeerntet. Die Tomaten-Ausbeute war heuer gut. Allerdings nicht so gut, wie im letzten Jahr, da ich einen Schädling an meinen Tomaten hatte, der sich in kurzer Zeit immens vermehrt hat. Dazu berichte ich euch weiter unten im Beitrag.

Tomaten im Herbst

Tomaten reifen bis spät in den Oktober/ November hinein. Da ich draußen mit meinen Gemüsebeeten auch für dieses Jahr  im Garten fertig sein möchte, entscheide ich meist kurzfristig, wann ich die Beete abräume. Damit meine ich, alles restliche Gemüse abernten, einlagern, verarbeiten und die Beete für die Winterruhe bereit machen.

Tomaten im Herbst

Tomaten abernten:

Als erstes gehe ich in den Garten und pflücke alle Tomaten von den Tomaten-Pflanzen. Sowohl grüne Tomaten, als auch rote Tomaten kommen in einen Korb. Wenn an den Pflanzen alle Tomaten abgeerntet sind, beginne ich, die Pflanzen von den Tomaten-Stützen zu lösen. Gegebenenfalls schneide ich das Bindegarn, mit Hilfe dessen ich die Pflanzen unterm Jahr an die Stützen gebunden habe, auf und sammele die Schnur-Stückchen ein. Diese werfe ich entweder separat weg oder hebe sie noch einmal für nächstes Jahr auf, wenn sie noch  lang genug sind. Dann geht es relativ leicht, die Tomaten-Pflanzen aus der Erde zu reißen und zu entsorgen. Bei mir landen die Tomaten-Pflanzen auf dem Misthaufen neben an. Dort können sich die organischen Substanzen in aller Ruhe zu Humus umwandeln.

Später werde ich dann in der Küche rote und grüne Tomaten aussortieren. Die roten kann ich gleich verarbeiten, einfrieren, Tomaten-Sauce herstellen oder essen. Die grünen Tomaten lege ich auf die Fensterbank in meine Küche. Dort reifen sie nach und werden in ein paar Wochen ebenfalls rot. Anschließend werde ich dann auch diese Tomaten noch verarbeiten.

Tomaten auf der Fensterbank reifen nach

Beete für die Winterruhe bereit machen:

Dann geht es dran, die Beete in die Winterruhe zu schicken. Ich verwende dazu einen Hand-Spaten, um damit die Erde im Beet zu lockern. Diese Form der Bodenbearbeitung führe ich durch, damit die gesamten Garten-Arbeiten im vergangenem Jahr , seien es Ansaat, Pflanzung, Ernte, oder Unkraut-Maßnahmen gewesen, alle quasi überarbeitet werden. Das dient zum einen der Bodenlockerung und verbessert somit den Luft und Wasserhaushalt des Bodens. Zum anderen kann ich dadurch Ernterückstände untergraben, die dann zu Humus umgesetzt werden oder aber auch Gründüngungs-Pflanzen oder organisches Düngemittel (Mist) einarbeiten.  Die Erdschichten werden stark umgeschichtet. Oftmals liegen Unkraut-Samen in der Erde, die kurz vor dem Aufkeimen sind.  Bereits aufgelaufenes Unkraut wird dadurch vernichtet, weil es wieder untergraben wird. Übrigens überdauern gerade Unkraut-Samen sehr, sehr lange (zwischen einem  bis zu 100 Jahre) im Boden.

Frostgare und Winterfurche:

Die krumen-tiefe Bodenbearbeitung sollte nach Möglichkeit nicht zu oft im Jahr vorgenommen werden, da sie natürlich auch Bodenleben zerstört.  Ein Grund warum ich diese im Herbst durchführe, ist die sogenannte Frostgare. Durch die Vergrößerung der Oberfläche beim Umstechen mit dem Spaten, kann durch die größer werdenden Poren, besser Wasser und Luft in die Erde eindringen. Somit wird auch die Winter-Feuchte besser im Boden gespeichert. Das führt dann zur sogenannten Frostgare. Wasser gefriert zu Eis, so wird gerade auf lehmigen Böden ermöglicht, dass Erdklumpen (Aggregate) zerspringen. Es entsteht dann im Laufe der Zeit eine krümelige Struktur. Genauso eine Struktur wird benötigt, um wieder ein optimales Saatbeet zu bekommen.

Exkurs in die Landwirtschaft:

Der Pflug im Vergleich zum Spaten wird  bereits seit Jahrtausenden verwendet. Sogar die Bibel berichtet schon über den Einsatz des Pfluges. Leider sind wir in einem Jahrhundert angekommen, in der die gute landwirtschaftliche Praxis, wie sie auch in den Lehrbüchern steht und ebenso von Wissenschaftlern empfohlen wird, an den Pranger gestellt wird. Es ist samt gut gemeinter Agrarpolitik nun zum Beispiel in den roten Gebieten (Düngeverordnung) untersagt, bis zum Jahresbeginn zu pflügen. Natürlich soll speziell auf Ackerflächen mit Hang-Neigung über den Winter eine Zwischenfrucht oder zumindest eine An-Saat über den Winter ausgebracht werden. Diese dient dazu, den Boden vor Erosion zu schützen.

Nur sind in den roten Gebieten nicht nur Hang-Flächen vorhanden, sondern auch solche, denen eine Frostgare nicht schadet. Zumal, wenn es sich um einen lehmig bis tonigen Boden handelt, auf dem nur sehr erschwert angesät werden kann, wenn die Fläche nicht optimal vorbereitet ist. Ab dem Zeitpunkt im Frühjahr, zu dem Pflügen wieder erlaubt ist, ist es oft sehr nass und feucht. Dies ist keine optimale Voraussetzung einen Boden zu befahren. Wird ein schwerer noch nasser Boden mit schweren Maschinen befahren, so tut man diesem nichts Gutes. Es bewirkt dann eher das Gegenteil. Es kann zu Verschlemmung und Boden-Verdichtungen kommen. So kann dann erst recht nichts darauf wachsen.

Zurück zu meinen Tomaten:

Wie ihr bereits in meinem Instagram-Video gesehen habt, habe ich heuer ein Schädlings-Problem an den Tomaten gehabt. Ich habe erst ziemlich spät festgestellt, dass die Löcher in meinen Tomaten von einer grünen Raupe stammen. Diese Raupe frisst sowohl die Blätter der Tomaten an, als auch die Früchte. Die Früchte, also die Tomaten selbst, höhlt sie förmlich aus und hinterlässt dort dann ihren Kot. Gott sei Dank, habe ich solche Tomaten immer großzügig ausgeschnitten! Ihr seht schon Schädlinge zu haben ist nichts Schönes. Und doch gehört es zur Natur!

Loch in der Tomaten-Gemüseeule

Es handelt sich bei meinem Schädling wohl um die sogenannte Gemüseeule. Diese befällt leider nicht nur Tomaten, sondern auch anderes Gemüse, wie z.B. Paprika! Oh Schreck! Stimmt ich hatte auch sehr wenige Paprika in diesem Jahr, obwohl ich so viele Pflanzen angebaut habe. …

Ich habe mich über die Biologie des Schädlings erkundigt und was ich dagegen tun kann:

Die Gemüseeule ist wohl in der Nacht sehr aktiv. Das Larvenstadium kann in der ersten Generation von September bis Mitte Oktober und in der zweiten Generation von August bis September andauern.  Die Puppe überwintert wohl im Boden. Was für mich heißt, wohl das Beet im nächsten Jahr zu wechseln oder am besten ein Jahr ohne Tomaten im Garten. Ehrlich gesagt, ich weiß es noch nicht…

Jedenfalls überdauern die Puppen bis Mai im Boden. Dann können sie schlüpfen und haben sich zu Faltern entwickelt. Die Falter besitzen  2 braune bis purpurfarbene Vorderflügel  mit je einem kleinen Fleck, sowie einer gezackten Linie auf der unteren Flügelseite. Die Falter vermehren sich wieder und legen ihre Eier besonders gerne an Tomaten, aber eben auch an Paprika und auf anderes Gemüse ab. Bereits nach einer Woche schlüpfen dann die Raupen. Diese häuten sich mehrmals und anschließend verpuppen sie sich wieder und überwintern entweder wieder als Puppe im Boden oder es erscheinen nach einigen Wochen gleich die Falter aus dem zweiten Entwicklungszyklus.  Das kommt wohl auf die Jahreszeit an. Ist das Jahr weiterfortgeschritten, dann überwintern sie, wenn es noch August ist, dann tauchen gleich die Falter auf.

Übrigens so sehen die Raupen aus, die ich an meinen Tomaten gefunden habe:

Was ich dagegen getan habe?

Ich habe alle Raupen, die ich noch herumkriechen sah, eingesammelt. Anschließend bin ich weit weg über Acker und Flur und habe sie auf Brennnesseln wieder ausgesetzt. Hoffentlich finden sie den Weg nicht zurück…. Das meine ich ernst!

Das ist auch eine Methode: Tomaten-Pflanzen auf Raupen-Befall kontrollieren. Wenn Befall vorhanden, Raupen sammeln und auf andere Futterpflanzen (hier: Brennnessel) setzen! Weitere Bekämpfungs-Möglichkeiten sind: Pheromon-Fallen oder biologische Feinde (Raubwanzen), Insektennetze oder als Pflanzenschutzmittel wird XenTari als biologisches Pflanzenschutzmittel eingesetzt.

Wie gesagt, auf die Schnelle war mir die erste Methode sehr sympathisch!