Wegschmeißen ein No Go…mit einer Vorratskammer gut Haushalten

Eine Vorratskammer ist nicht nur super praktisch, sondern sollte auch darauf ausgelegt sein, gut Haus zuhalten: Denn wer Lebensmittel wegschmeißt, verschwendet nicht nur seine Nahrung. Sondern viel mehr, die Mühe, die sich dahinter verbirgt: 

Dazu zählen menschliches Herzblut und Schweiß bei der Arbeit genauso wie natürlicher Ackerboden, die Ressource Wasser und oftmals sehr viel CO₂. Vor allem dann, wenn es ein Lebensmittel ist, das lange Transportwege gar mit dem Schiff oder dem Flugzeug hinter sich gelassen hat. Zu Großmutters‘ Zeiten hätte man von einer ‚Sünde‘ gesprochen, wenn man Lebensmittel weggeschmissen hätte. Heute zutage ist es ’normal‘, dass altes Brot und Kuchen beim Bäcker aussortiert werden und massenhaft in der Tonne landen. Nicht einmal die Mitarbeiter dürfen sich daran bedienen. Denn ‚Secondhand‘ ist nicht erlaubt. Gerade Obst und Gemüse, frisch ausgepackt aus dem LKW nach dem Transport ist gerade in den Sommermonaten sehr schnell überreif.

Aber nicht nur im Supermarkt, auch im eigenen Garten kann es in den heißen Monaten zur Ernteschwemme kommen und passieren, dass vermehrt weggeschmissen wird.

In diesem Artikel erfährst du, Tipps für ein nachhaltigeres Leben und wie du weniger wegschmeißt. Und dieses beginnt mit deiner Vorratshaltung:

Was gehört alles dazu, wenn du nachhaltig leben willst: Einkauf, Ausstattung, Möbel, 

Wohl war, nicht nur das, was sich in deiner Vorratskammer alles befindet, sondern auch wie du sie aufgebaut hast, kann schon ein entscheidendes Kriterium für nachhaltiges Leben sein.

Nachhaltig leben mit – weniger Plastik 

“Weniger Plastik”, das ist gerade in aller Munde. Doch es ist nicht ganz einfach, das umzusetzen. Denn die allermeisten Lebensmittel sind in Plastik gewickelt. So gab es früher im Tante Emmer Laden das gute alte “Butterpapier” und vor allem waren die Waren in Glasbehälter und Tontöpfen gelagert. Kühl, trocken und dunkel empfiehlt sich da natürlich. 

Tipp 1: Achte beim Einkauf darauf, z.B. an der Wurst-Theke, frisch vom Wochenmarkt oder beim Bauern um die Ecke einzukaufen. Das ist nicht nur fast ohne Plastik, sondern auch noch regional erzeugt! 

Tipp 2: Kaufe wieder mehr in Großpackungen. Damit meine ich keine Dinge, die du in kürzester Zeit verbrauchen musst. Aber Grundzutaten, die lange halten (dazu später mehr) könntest du so einkaufen. 

Tipp 3: Lege dir genügend Aufbewahrungsbehältnisse aus Glas und Ton zu. Achte darauf, dass deine Küchenutensilien aus hochwertigem Material, wie Edelstahl oder z.B. auch aus Glas (Wasserkaraffen/ Messbecher) hergestellt sind. Denn so vermeidest du, dass Küchenbehältnisse häufig weggeschmissen werden müssen. Vor allem Plastikgefäße kannst du vermeiden. 

Tipp 4: Woran viele zunächst nicht denken, ist auf eine nachhaltige Einrichtung zu achten. Verwende Holzplatten, Holzböden / Holztische/ Holzregale etc. Denn Küchenmöbel aus Span- und Sperrholzplatten halten nicht nur nicht lange, sondern enthalten schädliche Inhaltsstoffe wie Formaldehyd. Granitplatten sollten aus Europa stammen, um Kinderarbeit zu vermeiden und wenn du auf Holz und Vollholz wert legst, dann achte auf das regionale Holzsiegel: 

PEFC ist ein solches Siegel, das die heimische Holzgewinnung zertifiziert! 

Achte auch auf gute Küchengeräte, die stromsparend arbeiten, aber zugleich langlebig sind. 

Tipps für bessere Ordnung und Routine (Wie kaufe ich ein, wie fülle ich nach?) in der Vorratskammer 

Tipp 1: Für eine gute Ordnung in deinen Vorratsschränken überlegst du dir am besten, wo du was aufbewahrst. Denn die beste Ordnung erfolgt nach dem Prinzip:

„Immer am gleichen Platz“! 

So fällt dir auch sofort auf, wenn etwas fehlt! (Zumindest geht es mir so)

Du sparst dir eine Einkaufsapp, die ich tatsächlich für weniger sinnvoll empfinde. Denn im täglichen Umgang mit deinen Sachen, weißt du spätestens beim Durchlaufen im Supermarkt, was dir noch fehlt, weil du vor Augen hast, was in deiner Vorratskammer nicht mehr da ist, Bsp: Suppengewürz.

Tipp 2: Ordne so, dass es für dich Sinn ergibt. Zum Beispiel gehören bei mir Mehl, Stärke, Haferflocken, Grieß, aber auch Nudeln an einen Ort. Alle anderen Backzutaten (s. weiter unten) an einem anderen. Ich ordne ersteres nach Getreideprodukten, die Backzutaten zähle ich aber nicht mehr dazu. Für dich kann eine andere Struktur vielleicht mehr Sinn ergeben. (Schreibe mir dazu gerne in den Kommentaren!)

Tipp 3: Und dann ist das A und O erstmal eine Bestandsaufnahme von dem, was du schon alles da hast.

Am besten schreibst du dir eine Liste mit 4 Spalten. In Spalte 1 gehört. ‚Was ist vorrätig/ Name‘ in Spalte 2: ‚wie viel/Menge‘, in Spalte 3 gehört: ‚Haltbarkeitsdatum/MHD‘ in Spalte 4 gehört: ‚was fehlt noch/was wünsche ich mir noch‘.

Daraus ergibt sich dann automatisch in Spalte 3, was muss ich aussortieren, weil es bereits abgelaufen ist. Oder auch was brauche ich eigentlich überhaupt nicht und tue gut daran, es zu verschenken!

Natürlich kannst du diese Liste dann nach jedem einzelnen Einkauf fortführen und für jedes Regal, oder Kühlschrank und Kühltruhe führen. 

Somit stellst du schon im Vorhinein sicher, dass das was du brauchst (Liste: ‚was fehlt noch oder was wünsche ich mir noch‘) auch sicher von dir verbraucht wird. 

Tipp 3: Schreibe dir vor dem Einkaufen regelmäßig eine Einkaufsliste zusammen. Beim Schreiben achtest du auf deine Bestandslisten und darauf, was du in deinem dies wöchigen Speiseplan (im Kopf)  alles haben möchtest. Besser ist natürlich, wenn du dir auch einen wöchentlichen Speiseplan handschriftlich erstellst und deine Einkaufsliste von diesem und der Bestandsliste ableitest. Und ob du’s glaubst oder nicht, ich versuche sogar für 14 Tage vorzuplanen. Denn ein Haushalt mit vielen Kindern und vielen Aufgaben abseits vom Hauptort muss meiner Meinung nach organisiert sein! Das spart so nicht nur Zeit, sondern es soll ja auch Tage geben, an denen man Termine hat und nicht fit ist, außer Haus zu gehen! 

Vorratskammer (6)
Rhabarberkuchen
Vorratskammer
Schneidbrett suaber halten

Lagerbedingungen für spezielle Lebensmittel in der Vorratshaltung 

Wenn du nun wissen möchtest, wie du Obst und Gemüse vor Verderb schützt und was eigentlich Verderb ist, dann melde dich doch in meinem Newsletter an und lade dir als Dankeschön meine Checkliste Haltbarmachen herunter. Dort habe ich auch einzelne Obst- und Gemüsesorten aufgezählt und schreibe, was wie gelagert werden sollte.

Was alles in die Vorratskammer gehört:

So und nun zu den Grundnahrungsmitteln, die bei mir in meinen Vorräten einfach immer da sein müssen. So kann ich, auch wenn ich die 14 Tage Lebensmittel aufgebraucht habe noch zur Not was Einfaches kochen. Aber auch für Notzeiten oder überraschende Besuch ist das super. 

Tatsächlich sind es bei mir oft Besuche von Kindern mit ihren Eltern aus dem Kindergarten oder der Schule. So kann ich relativ schnell noch mal Amerikaner oder Rührkuchen mit Kompott oder Muffins mit Kirschen etc. vorbereiten und habe nicht einmal viel Stress!

So und nun zu der Liste, die bei mir im Haushalt nicht fehlen darf:

Getreide und Getreideprodukte in deiner Vorratskammer: 

Das allerwichtigste ist bei mir Mehl. Davor muss ich zugeben, ist es eventuell Getreide, das wir natürlich auch selbst in unserem Getreidelager haben, das aber erst noch vom Staub gereinigt werden müsste. Deshalb kaufe ich es lieber, weil es schon fertig gesäubert und vermahlen ist. Jedoch besitze ich auch eine Getreidemühle – per Hand (wie aus alten Zeiten (ein Überbleibsel von Uroma)  und als Mixer-Aufsatz. 

Du kannst verschiedene Mehlsorten in deiner Vorratskammer haben; z.B. Dinkelmehl, Roggenmehl oder Weizenmehl. Dann gibt es noch Mehl, das anhand der Backeigenschaften unterschieden wird. Man spricht vom Mehltyp 405 oder 550 oder bei Vollkornmehl von 1050. Hierbei sind die Ausmahlungsgrade des Getreidekorns, der Mineralstoffgehalt und somit die Klassifizierung von Mehl gemeint. Das 405 (Weizenmehl) ist wohl das Gängigste, aber auch das “leere Mehl”, in dem nicht mehr allzu viel an Mineralstoffgehalt enthalten ist.  Du entscheidest, ob du einen 2,5 kg Sack, einen 12 kg oder 25 kg Sack Mehl bevor rätst. (Bei meiner Oma war es immer der 25 kg Sack!)

 

Dann dürfen allerlei trocken zu lagernde Getreideprodukte – und Abkömmlinge nicht fehlen. Das ist ein ganzes Nudelsortiment – dabei dürfen bei mir auch Suppen-Nudeln nicht fehlen. Wobei du letztere auch ganz einfach aus Mehl und Ei selber herstellen kannst. (es handelt sich um die Griebe-Suppe). Dann natürlich Reis, wer mag Quinoa, Bulgur oder trockene grüne Erbsen oder Linsen

Wäge ab, was du wirklich magst und kochst. Denn, wenn du nie in deinem Leben jemals Bulgur gegessen hast, dann macht es auch nicht viel Sinn, diesen in deine Vorratskammer mit aufzunehmen. (Denke an die Liste, die ich vorher erwähnt habe!)

Varianten an Öl in deiner Vorratskammer: 

Zugegeben: das ist in unserer politischen Situation mit Ukraine Krieg gerade etwas schwierig und auch nicht fair den anderen gegenüber sich mit Literweise Öl einzudecken, wenn du das nicht schon immer so gehand habt hast. 

Aber es gibt ja nicht nur Sonnenblumen- oder Raps-Öl, sondern auch RAMA, Schweineschmalz oder kaltgepresste Öle wie das steirische Kürbiskernöl. Übrigens war das auch bei uns immer normal, dass wir nach einer Hausschlachtung Schweineschmalz in der Vorratskammer aufhoben oder Grameln draus machten, die man in Gläsern aufbewahrte oder einfrieren konnte und dann im kalten Winter damit Chinakohl anröstete. Aber auch Butter kann zur Not erhitzt werden. Ich weiß, das ist nicht ganz so gesund, da Butter die gesättigten Fettsäuren hat und in Verruf geraten ist hohes Cholesterin zu produzieren. Aber ganz ehrlich, lieber esse ich mal ein Stück Butter, als dass ich das Klima-schädigende Palmöl (das auch im Nutella und in fast allen Fertig-Produkten enthalten ist) verwende. Und achte dann wieder auf eine gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse.

Essig und Gewürze in deiner Vorratskammer: 

Bei Essig darf es allerlei sein. Denn dieser ist fast ewig haltbar. Tipp: alter Wein wird ebenfalls fast von allein zu Essig (gib noch etwas Essigmutter dazu und gut ist) 

Backzutaten in deiner Vorratskammer:

Dann natürlich frisches Obst und Gemüse in deiner Vorratshaltung:

etwas lagerfähiger und immer da sein sollte:

… habe ich in verarbeiteter Form oder auch in der Gefriertruhe.

Gemüse wie Radieschen, Rettich, Salate, baue ich natürlich im Garten an. Und diese müssen in der Saison frisch sein. Denn die sind auch nicht besonders haltbar oder für die Gefriertruhe geeignet.

Eingelegtes, Eingewecktes, Haltbargemachtes:

Was auch nicht fehlen darf, sind Dosengemüse oder eben selbst Eingemachtes und Haltbar gemachtes aus dem Garten:  

Blumenkohl
Apfelmus einkochen
Paprika eingelegt

Lagerbedingungen für spezielle Lebensmittel

Wenn du nun wissen möchtest, wie du Obst und Gemüse vor Verderb schützt und was eigentlich Verderb ist, dann melde dich doch in meinem Newsletter an und lade dir als Dankeschön meine Checkliste Haltbarmachen herunter. Dort habe ich auch einzelne Obst- und Gemüsesorten aufgezählt und schreibe, was wie gelagert werden sollte.

Das oberste Gebot ist die Hygiene

Das Wichtigste bei deiner Lagerhaltung ist aber die Hygiene. Ständige Kontrollen, die du dann natürlich hast, wenn du auch täglich mit deinen Vorräten Haus hältst. 

Dazu gehört, die Vorratsschränke oder Schubladen mindestens 2 Mal im Jahr auszuräumen, auszuwischen, das Haltbarkeitsdatum aller Lebensmittel im Griff haben (Liste siehe oben). 

Aber auch das Reinigen von Kühlschrank und Gefriertruhe (1 Mal im Monat) bei Gefriertruhe reicht auch 1 Mal im halben Jahr. 

Deine leeren Gläser im Vorratsschrank säubern – mindestens bevor du sie verwendest, dann aber gründlich!

Das Einmachgut in deinen Gläsern überprüfen (auch hier gilt Beschriftung! Wann wurde was hergestellt) 

Ist beim Mehlsack alles in Ordnung? Oder kommen bereits die Mehlwürmer und Motten? 

Und nicht zuletzt gilt: gründliche Reinigung aller Küchengerätschaften, dazu zählt auch der Elektroherd. 

Wusstest du, dass sich die meisten Bakterien auf Oberflächen in der Küche an den Griffen der Schubladen und evtl. auf den Küchengerätschaften befinden? 

Übrigens gehört auch das Putzen an den Außenflächen der Schränke, Schubladen und Türchen zur Hygiene-Maßnahme dazu.

Ganz wichtig ist es auch die Schneidebretter und Küchenplatten zu reinigen. Denn auf rohem Fleisch (besonders Geflügel) können sich Bakterien tummeln. Diese werden übertragen auf Salat. So entstehen Salmonellen. Deshalb ist es so wichtig eine Reihenfolge einzuhalten:  Bereite zuerst deinen Salat, reinige dann alles gründlich und bereite erst danach dein rohes Fleisch zu. Natürlich musst du die verwendeten Bretter/ Oberflächen auch danach wieder gründlich reinigen (am besten mit Spülmittel und heißem Wasser).

Haltbarmachen Online Kurs

Schreibe mir gerne in den Kommentaren, wie du deine Vorratshaltung organisierst!