Unsere Rehe:

Immer wenn jetzt in den Frühlingsmonaten die Sonne hervorblinzelt und keine Gefahr in Verzug ist, trauen sich die Rehe aus dem Wald. Es handelt sich jeweils um eine Gruppe von bis zu 10 Stück. Wir können sie auf den Äckern hinter unserem Hof dann beobachten. Sogar wenn wir uns bis auf 50 Meter Entfernung (unter Umständen sogar näher) zu Ihnen hin trauen, laufen sie nicht weg. Natürlich muss man sich leise und langsam anschleichen. Dann kann man schon einmal gute Fotos schießen. Es ist schön, Mutter Natur so nahe zu sein, vor allem auch für die Kinder. Aber es gibt auch Grenzen. Ab 1. Mai dürfen die Rehe wieder von den Jägern geschossen werden. Bis dahin fressen sie unsere heranwachsenden Feldfrüchte. Da entstehen schon einmal Schäden. …

Der Nachteil von zu vielen Rehen:

Für unsere Familie und unseren Betrieb sind Wiesen, Äcker und Wälder Existenzgrundlage. Auch die nächste Generation soll noch davon leben können. Deshalb müssen wir mit unserem Grund und Boden ökonomisch, ökologisch und sozial verantwortlich umgehen. Grund und Boden sind über das Bundesjagdgesetz (BJG), das Bayerische Jagdgesetz (BayJG) und über das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) -in Teilen- ans Jagdrecht angebunden. Bei uns gibt es eine Jagdgenossenschaft, die ihre Jäger wählt und deren Jagd-Begeher selbst stellt. Jäger und Begeher führen somit bei uns die Jagd aus. Dabei ist ein Ziel – sowohl von uns als Grundeigentümer, als auch von Seiten der Jagdausübungsberechtigten – sorgfältig zu bejagen, weitgehend Wildschäden zu vermeiden, sowie einen gesunden und artenreichen Wildbestand zu erhalten. Das schließt das Wort „angemessen“ mit ein, wobei der Grundsatz gilt: „Wald vor Wild“ und „Landwirtschaft vor Wild“.

Schäden, die Rehe verursachen können:

So schön es auch anzusehen sein mag, möchte ich an dieser Stelle verständlich machen, dass ein zu viel an Rehen (Wild im allgemeinen) in der Land- und Forstwirtschaft auch zu erheblichen Schäden beitragen kann. Das hat dann natürlich Auswirkungen auf den Ernte-Ertrag in diesem Jahr und auf das Einkommen. Das Fressen oder allgemein Beschädigen aufwachsender Feldfrüchte (von Ansaat bis Ernte), von beernteten Feldfrüchten, die noch nicht abtransportiert wurden (Feldmieten, Behelfssilos etc.) oder auch generell von Grundstücken und ihren Bestandteilen (Grasnarbe, befestigte Bestandteile) bis hin zu eingezäunten Pflanzen (Obstbäumen etc.) gilt als Schaden, wofür es auch Gesetzte zur Schadensersatzpflicht gibt. Diese Wildschäden werden laut §29 BJG als ersatzpflichtig in der Landwirtschaft angesehen, wenn es sich beim erbrachten Schaden um Schalentiere (z.B. Schwarz-, Reh-, Rot-, Damwild etc.), Wildkaninchen (nicht Feldhasen) und Fasanen (nicht Wildtauben) handelt und die betroffene Fläche in dem jeweiligen Jagdbezirk liegt.

Ich möchte mit diesem Artikel einfach nur sensibilisieren, dass zwar unberührte Natur (in diesem Fall: Rehe) eine Bereicherung sein können, aber auch hier zu bedenken ist, dass ein gewisses Maß der Dinge als „gesund“ zu betrachten ist.
Da ich kein Jäger bin, weiß ich nicht, wie viele Rehe hier geschossen werden sollten, aber für mich ist klar, dass es hier zu viele an einem Flecken gibt.