Sturmschäden? Der Herbst und das Frühjahr sind dafür bekannt, dass es windet. Dieses Jahr war der milde Winter Auslöser dafür, dass es besonders starke Stürme  gab. So war das Sturmtief Sabine Auslöser für immense Sturmschäden in unserer Region.  Zwischen 9. und 11. Februar waren die höchsten Windstärken mit Windspitzen bis zu 200 km/h (im Alpenraum) vorangekündigt worden.

Sabine ist da!

Und tatsächlich: In der Nacht vom 9. auf 10. Februar war das Sausen und Brausen des Windes so laut, dass ich davon aufgewacht bin und mich kurze Zeit später im Kinderzimmer wiederfand, weil ich die Kleinen nicht alleine lassen wollte. Kurzzeitig gab es bei uns sogar einen Stromausfall. Die drei Fichten hinter unserem Haus wackelten bedrohlich hin und her.

Sturmschäden und Aufräumaktionen:

Am nächsten Tag, wäre das Erste nach getaner Stallarbeit gewesen, in den Wald  zu fahren, um die Sturmschäden dort zu begutachten. Jedoch bekam mein Mann einen Anruf vom Supermarkt-Leiter. Er möge dort bitte einen Baum am Parkplatz, der auf die geparkten Autos zu fallen drohte, entfernen! Nachdem diese Aktion beendet war, fuhr mein Mann in den Wald und musste erst einmal alle Flur-Verbindungswege freisägen, bzw. alle umgefallenen Bäume mit dem Rücke-Wagen zur Seite räumen. Das ist insofern wichtig, damit auch bei späteren Aufräum-Arbeiten alle Rettungsgassen zugänglich sind. Erst danach war es ihm möglich, sich einen Gesamteindruck über die Schadens-Menge im ganzen Gebiet zu machen. Diese Schadens-Menge ist eine Schätzung, die man vorab dem Händler mitteilen sollte. Der Händler ist in unserem Falle ein Zusammenschluss aus vielen kleinen Waldbesitzern, der als Verein eine Vermarktungsgesellschaft stellt. Der Vorteil ist, dass  viele Kleinmengen an Schadholz eine Großmenge  ergeben, die vor der Sägeindustrie leichter verhandelbar ist.

Vor der großen Aufräum-Aktion im Wald ist es unabdingbar, sich eine geschützte Stelle zu suchen, wo es nicht so sehr stark windet. Gerade in diesem Frühjahr gab es bisher kaum windstille Tage. Das ist wichtig zum eigenen Schutz. Acht zugeben ist auch auf hoch in den Bäumen hängenden, abgebrochenen Baumkronen und Ästen bzw. auf noch nicht gänzlich umgefallene Bäume, die sich in den umstehenden Bäumen verhängt haben. Wer sich unsicher fühlt, sollte sich auf jeden Fall fachmännischen Rat von Forst-Dienstleistern holen und diese in Anspruch nehmen. Laut Berufsgenossenschaften zählen Waldarbeiten überhaupt zu den gefährlichsten Arbeiten, bei denen es zu Unfällen mit den höchsten Unfalls-Zahlen (betroffene Personen) pro Jahr kommt.

Gefahrenpunkte:

Gefahren-punkte, die es zu beachten gibt, sind:

  • eigene Schutzausrüstung / Absperrbänder…
  • Absprachen treffen und diese einhalten: zu zweit im Wald arbeiten, kann  bedeuten, dass sich der Zweite im Gefahrenbereich z.B. im Bereich eines umfallenden Baumes befindet… (je mehr Personen mithelfen, desto gefährlicher wird es!)
  • physikalische Schwerkraft und Spannungsbereiche des Baumes beachten: Beobachten, wo sich die Spannung im z.B. noch festhängenden Baum befindet. Wo beginne ich zu schneiden? Von der linken oder von der rechten Seite her? Eher vom Gipfel oder eher vom Stamm?…
  • Vorsicht auf noch nicht herabgefallene Äste, Wipfel,..
  • Vorsicht auf Spaziergänger…

Auch für Spaziergänger gilt:

„Bitte treten sie zum eigenen Schutz nicht in den Gefahrenbereich, v.a. wenn auch noch durch Absperrbänder Baumfäll-Arbeiten gekennzeichnet wurden!“

Allein in unserem Bekanntenkreis gab es drei Unfälle, bei denen die betroffenen Personen mehr oder weniger Schaden genommen haben. Unter Anderem waren auch Personen betroffen, welchen diese Arbeiten als Routinearbeiten bekannt sind.

Auswirkungen auf den Holzmarkt:

Der Sturm Sabine hat heuer ein Ausmaß an Schaden im Wald genommen, welches die meisten Waldbesitzer in diesem Jahr alleine gar nicht bewältigen können und welches auch am Holzmarkt an einer Preisspirale nach unten  sichtbar geworden ist. Sägewerke können kein neues Holz mehr aufnehmen. Zudem ist es im Holzgeschäft ähnlich wie im Lebensmittelhandel: Es wird ganz viel Holz (z.B. Teakholz) aus dem Ausland vermarktet, anstatt dass, das regional Gewachsene an Ort und Stelle verwendet würde, was auch zu einer verbesserten CO2 Bilanz führen könnte.

Und der Käfer?

Man kann nur hoffen, dass es an den Holzlagerplätzen so gelagert wird, dass es vor Käferflug im April (z.B. Borkenkäfer) geschützt ist oder bis dahin bereits in einem Sägewerk liegt. Ansonsten kann es höchstens noch als Brennholz verwendet werden.