Mein Letztes Wintergemüse:

Ich baue immer Wintergemüse an, um meine Familie auch im Winter mit  gesunden Vitaminen und Ballaststoffen versorgen zu können. Das ist dann nicht nur saisonal, sondern gleich auch noch regional und nachhaltig (kurze Wege, kein CO2 -Verbrauch wegen Transport!). Als ich neulich aus dem Garten Salat geholt habe, ist mir eingefallen, dass ich euch noch gar nicht über mein Wintergemüse berichtet habe! Tja nun stand ich im Garten und es ist nicht mehr viel da, von dem was ich da angebaut habe  … So und nun ein paar Tipps zum Wintergemüse-Anbau!

Wintersalat

Was ist Wintergemüse?

Bei Wintergemüse handelt es sich um Gemüse-Arten, die entweder Frost unempfindlich sind oder aber zumindest sehr spät im Jahr (z. B. Dezember) geerntet werden können. Wichtig ist beim Kauf von Saatgut oder von handelsüblichem Pflanz-Material nochmals auf den Zusatz winterhart/Frost unempfindlich zu achten. Es kann sein, dass spezielle Sorten einer Art doch nicht ganz Frost unempfindlich sind. Frost unempfindliche Sorten können den Winter über draußen im Garten, oder aber im Hochbeet überwintern.  Durch eine spezielle Lagerung ist es möglich  Gemüse auch geerntet, quasi frisch während des Winters zu verzehren.

Bewährte Sorten, die bis in den Dezember hinein geerntet werden:

Ernte Dezember möglichAnbau frühestensAnbau bis spätestenswie viele Tage von Ansaat bis zur Ernte
GartenkresseMärzOktober12
FeldsalatMärzSeptember75
HonigkrautMärzDezember90
Lauch/ PorreeMärzApril170
BärlauchAprilJuni90
Schwarzer RettichAprilAugust90
SteckrübenAprilJuni100
SchwarzwurzelnAprilMai200
PastinakenAprilApril260
KnollensellerieAprilMai260
KarotteMaiJuli240
RosenkohlMaiJuni250
Chicoree- WurzelnMaiJuni280
BrokkoliJuniJuni100
GrünkohlJuliJuli160
WinterposteleienAugustOktober30

Frost-unempflindliches Wintergemüse:

  • Rosenkohl
  • Pastinake
  • Wirsing
  • Schwarzwurzel
  • Zuckerhut
  • Feldsalat
  • Lauch
  • Grünkohl
  • Topinambur
  • Meerreettich

Meerrettich ist hier ein Sonderfall. Dieser ist mehrjährig, wobei er nach einem Jahr bereits geerntet werden kann. Im Herbst gepflanzt, kann er im nächsten Herbst dann geerntet werden. Sobald seine Blätter ab-gefrieren, ist er reif. Ich lasse aber Wurzeln übrig, die ich im nächsten Jahr auch noch ernten kann. Außerdem vermehrt sich Meerrettich vegetativ über Wurzelteilung. (Ähnlich ist das mit dem Topinambur! Hier ist darauf zu achten, dass er den Garten nicht völlig überbesiedelt, da er sich so gut vegetativ vermehrt!) Aus dem Grund kann ich also das ganze Jahr über Meerrettich aus dem Garten holen. Ein Sprichwort besagt, in allen Monaten, die ein R im Namen tragen (z.B. Jan, Feb, Mär, April/ Sept, Okt, Nov, Dez.) ist der Meerrettich besonders scharf. In den restlichen Monaten geerntet, ist er etwas milder!

Frost empfindliches Gemüse und spät im Jahr geerntetes Gemüse

Gemüse, das bis spät in den Dezember geerntet wird, aber nicht ganz unempfindlich gegenüber Frost ist, ist die Karotte. Auch die Kartoffel kann lange im Boden  (bis Dezember) bleiben. Da sie aber meist weiter wächst und größer wird, ist die Gefahr, dass sie aus dem Boden wächst groß. Sie ist nämlich Licht empfindlich. Sobald also die Kartoffel aus dem Boden spitzelt, wird sie an den Stellen, die aus dem Boden schauen, grün. Grüne Kartoffeln sind ungenießbar! Deshalb ist ein Ziel beim Kartoffelanbau, sie möglichst bevor sie aus dem Boden wächst und das ist dann eben nicht Dezember, zu ernten!

Kohlrabi und Mangold beispielsweise werden schon vor einem möglichen Frost-Ereignis geerntet, da sie den Frost nicht überstehen.

Vor Frost schützen ganz ohne Plastik – aus Alt mach Neu:

Trotz aller Frost-Unempfindlichkeit sollte der Boden nicht gefrieren! Vor allem nicht tiefgefrieren, da ich dann ja nicht mehr ernten kann. Oder wenn das Gemüse nicht im Boden wächst, sondern oberirdisch, möchte ich darauf hinweisen, dass der Begriff Frost Unempfindlichkeit in spezielle Bereiche eingestuft werden kann. So ist die eine Gemüse-Art bei minus 20 Grad noch genießbar, die andere ab unter minus 5 Grad (Zuckerhut hält beispielsweise noch minus 7 Grad aus!)  aber nicht mehr.

Deshalb decke ich die Pflanzen mit Zweigen und Ästen zu. Alternativ nehme ich als Fließ eine alte Decke! Bevor ich sie wegschmeiße, kann sie im Gemüsebeet noch ihren Zweck erfüllen. Klingt etwas seltsam, ist aber ein nachhaltiger Gedanke! Immerhin, benutze ich schon mal kein Plastik-Fließ! Aus Alt mach Neu! Beliebt ist auch, das Wintergemüse  mit Mulch-Material  abzudecken und obendrüber Kompostier-Material zu geben. So bleibt das Gemüse auch frisch! Und nach der Ernte kann die Bedeckung direkt wieder in die Erde eingearbeitet werden. Somit ist der Boden gleich schon mal gedüngt.

Spezielle Lager-Haltung:

Geerntetes Gemüse (besonders Frost empfindliche Arten) hält lange frisch, wenn es in speziellen Kisten oder auch Gewächshäusern, die mit Sand befüllt werden, gegeben wird. Am besten sind diese Gewächshäuser vom Material her, dunkel (aus Holz) und weitestgehend Luft undurchlässig.  In den Gewächshäusern oder Kisten wird das Gemüse in den  Sand eingeschlagen bzw. mit Sand bedeckt. Warum Sand? Sand ist nährstoffarm und sehr wasserdurchlässig, so dass, das Gemüse darin nicht weiter wächst. Eine solche Lagerhaltung heißt auch Mieten. Ich empfehle diese Mieten aber im Keller oder an Hauswand-Nähe aufzustellen, da bei tiefen Minus-Graden dann Sand auch gefrieren kann und das Gemüse nicht mehr herausgeholt werden kann.